"Urban Chicks"

Eine Ausstellung von Uwe Kempen im Laufhaus Hase.

Uwe Kempen arbeitet seit 1976 im Bereich Sport,- Musik,- Jugend,- Lifestyle,- Architektur,- Akt und Erotik- Fotografie sowie andere Themen. Seit 1995 lebt und arbeitet er in Berlin. AUSSTELLUNGEN (E)=Einzelausstellungen 2012 art Karlsruhe, (E) Berliner Liste, 2009 Galerie Mooi Noordwijk (E)-(NL) 2008 Galerie Brennecke & Galerie Kunstmann, Palma Photo08, Mallorca (E) 2007 Jan van der Togt Museum, Amselveen (NL) 2007 Kunsthalle Dresden 2006 FINEARTS CON.TRA., Berlin 2006 Krammig & Pepper Contemporary, Berlin 2002/2003 Galerie Bizarre, Hamburg (E) 2000/2001 Galerie im Weldeturm, Schwetzingen 1994-2001 Messen in München, Köln, Augsburg, Erlangen, Jena, Erfurt 2000 Erotik Art Museum (Beate Uhse), Berlin (E) 1999 Galerie Jette Rudolph, Berlin (E) 1998 Erotik Art Museum Hamburg (E) 1995 Erotisches Museum Berlin (E) 1995 Waco Gallery,

Bücher

Preise

Uwe Kempen auf der art Karlsruhe 2012

Wenn man ehrlich zu sich selbst ist weiß man, das man einen Teil seines Lebens in einer Welt der Fantasie, der Wünsche und Sehnsüchte, Vorstellungen und Träume verbringt. Das gilt auch, manche würden sagen: vor allem, für den Bereich der Erotik. So wahr es sein mag, dass manche Fantasien lieber Fantasien bleiben sollten, so zutreffend ist es aber auch, dass die Verwirklichung von Fantasien und Wünsche in symbolischer Form wichtig und gut ist. Uwe Kempen schafft dies in seinem fotokünstlerischen Werk.

Seine Motive sind real inszeniert, also keine Computercollagen, die fotografische Umsetzung zeigt sich dabei bewusst klassisch. Während andere Künstler Trash-Varianten vorziehen, setzt Uwe Kempen sich mit der Herausforderung, die klassische Bildsprache und –gestaltung an ihn stellen, gern auseinander. Jedes Foto ist eine gestalterische Aufgabe, erfordert ästhetische und inhaltliche Entscheidungen, aber das Gerüst klassischer Kompositionsweisen, das jegliches „einfach mal so“ verbietet, ist ein besonders strenger Ziehvater. Dafür belohnt es aber stets mit der Möglichkeit, besonders durchsetzungsfähiger Lösungen.

Wenn man bei Uwe Kempen an Bilder aus der Geschichte der Kunst erinnert wird, dann handelt es sich in aller Regel nicht um irgendwelche, ja meist beliebigen Zitate, nicht um Parodien oder Kontrafakturen. Solche Erinnerungen beruhen vielmehr auf geistigen Verwandtschaften und anthropologischen Voraussetzungen in der Tiefenstruktur der Bilder. Sie ziehen ihr So-Sein, ihre bildliche Energie aus derselben Quelle, zeugen auch so von der Einheitlichkeit allen künstlerischen Tuns.

Dass die Bilder erotischen Charakters sind, setzt sie auch sehr bewusst in eine wichtige Tradition nicht nur der europäischen Kunstgeschichte. Es sind zeitgemäße, aber auf das Allgemeingültige zielende symbolische Realisationen aus der großen Wolke der Vorstellungen und Wünsche. Dadurch kann der Betrachter, gleich welchen Geschlechts oder Neigung, sich darin wiederfinden. Und das bedeutet eine tiefgreifende Anbindung an das große Humanum, an alles das, was das menschliche Leben auszeichnet.

Gerhard Charles Rump